Den Kleister kann man mit allen möglichen wasserlöslichen Farben mischen. Die Menge der zugefügten Farbe hängt von den Vorlieben und dem gewünschten Effekt ab, je mehr Farbe, desto besser die Deckkraft, wobei helle Farben die dunklen nicht wirklich überdecken, es sei denn, man trägt sie sehr fett auf. Grundsätzlich sollte lieber zuviel Farbe angerührt werden als zu wenig, denn einen Farbton ein 2. Mal zu mischen ist ziemlich unwahrscheinlich. Folgende Farben sind gut brauchbar:

Pastöse Farben

Pastöse Farben wie Gouache-, Tempera-, Finger- oder Abtönfarben.

Pigmente

Pigmente: Es gibt natürliche und synthetische Pigmente. Bevor man wie wild mit Pigmenten los kleistert, sollte man mal schauen, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind - vor allem, wenn man mit Kindern arbeiten möchte. Dann sollte man auf Dachbodenfunde ohne Deklaration lieber verzichten. Sicherheitshalber kann man auch mit Mundschutz arbeiten. Wenn die Pigmente gebunden sind, ist es wohl nicht mehr so problematisch. Noch mal ganz klar: Wer sicher gehen will, kauft lieber Pigmente, die abgepackt und ordentlich (nicht als gesundheitsschädlich) deklariert sind! Ist das geklärt, heißt es nun mal ausprobieren, die Löslichkeit ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Pigmenten hilft es, sie vorher in Wasser "einweichen" zu lassen.

Ockerpigmente

Sehr warme Farbtöne bekommt man durch Ockerpigmente (hier z.B. aus der Provence). Die lösen sich meiner Erfahrung nach auch gut auf.

Wasserfarben

Feste Farben wie die üblichen Wasserfarben sind theoretisch auch geeignet, man braucht aber doch schon einiges an Farben (und Geduld), sodass diese nicht praktikabel sind.

Seidenmalfarben

Auch flüssige Farben sind brauchbar, wenn sie wasserlöslich sind. Spezialeffekte erreicht man zum Beispiel mit bügelfixierbaren Seidenmalfarben. Wollte ich anfangs nur die alten Farben aufbrauchen, hat mich das Ergebnis so begeistert, dass ich die Farben jetzt extra zum Kleistern kaufe. Die Oberfläche wird schön glatt, die Farben schimmern teilweise metallisch. Der Kleister darf hierfür etwas dicker sein, da die Farben flüssig sind. Allerdings muss man bei der Verarbeitung schon etwas aufpassen, da Flecken aus Kleidung und Teppichen schwer bis gar nicht zu entfernen sind. Die hellen Borsten der Pinsel nehmen übrigens auch den Farbton an, nach gründlichem Auswaschen und Trocknen kann man aber beim nächsten Mal ruhig auch in hellere Farben gehen, ohne dass sie unerwünscht gemischt werden. 

Platzhalter

Mit Kindern habe ich auch schon Lebensmittelfarben verwendet, so ist der Kleister aus Speisestärke dann sogar essbar (wenn auch am Geschmack noch etwas gearbeitet werden müsste). Diese Aktion ist schon eine ganze Weile her, ich kann mich aber noch gut daran erinnern, dass die Farben ziemlich schwer von der Haut abzuwaschen waren. Vermutlich auch vom verwendeten Werkzeug, von Arbeitsfläche und auch sonst, das weiß ich allerdings nicht mehr genau.

 

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