Hefte sind ein individuelles Geschenk, ob mit leeren oder beschriebenen (bemalten/bedruckten) Seiten gefüllt. Weil es nicht schwer ist, folgt hier die Anleitung:

Das braucht man für ein Heft

Aus dickerem Kleisterpapier kann man ohne viel Aufwand schöne Heftumschläge machen. Für die Hefte ist nicht viel Material nötig: Ein paar Bögen Papier für den Inhalt (evtl. schon bedruckt oder beschrieben), die in der Mitte gefalzt werden. Dabei sollte die Papierlaufrichtung dem Falz entsprechen. Das selbe gilt für das Kleisterpapier. Auf allen Seiten wenige Millimeter größer als die Seiten zugeschnitten und ebenfalls in der Mitte gefalzt. Außerdem ist noch Heftgarn und Nadel nötig, statt des Heftgarns kann man auch Sternzwirn oder dünnes Häkelgarn nehmen, gerade mit deren Farbenvielfalt kann man schön kombinieren.

Schablone

Hilfreich ist eine Schablone, mit der man die Löcher für den Fadenverlauf vorsticht. Dafür reicht ein Papier- oder Pappstreifen in Umschlaghöhe. Ich empfehle Euch, mit einem kleineren Heft zu beginnen, dafür reichen 3 Löcher aus. Ein Loch kommt in die Mitte, die beiden anderen Löcher werden im gleichen Abstand zur Mitte benötigt. Der Abstand zur Ober- und Unterkante sollte nicht so knapp sein - etwa 2 cm. Solch eine Schablone ist besonders hilfreich, wenn man mehrere Hefte im gleichen Format machen möchte.

Vorstechen

Die Löcher werden jetzt mit Hilfe einer Nadel oder Ahle vorgestochen, dafür zunächst das Papier auf eine weiche Unterlage legen. Nicht zu fest stechen, zu große Löcher sehen nicht so schön aus. Achtung, Maß aller Dinge ist hier das mittlere Loch. Der Abstand von den äußern Löchern zum Rand ist beim Papier und beim Umschlag unterschiedlich. Sonst ist nachher der Einband versetzt. Wer gleich mehrere Seiten durchstechen möchte, muss die Nadel schräg halten, damit bei allen Bögen die Löcher im Falz sind.

Fadenverlauf beim Heften, zum Wiederholen auf Aktualisieren in der Menüleiste klicken.

Jetzt geht's ans Heften. Hier ist mein erstes GIF, das den Fadenverlauf beim Heften verdeutlichen soll. Wem das alles zu schnell ging, noch mal auf Aktualisieren klicken. Das funktioniert auch, wenn Ihr offline seid, evtl. auf "offline bleiben" klicken.

erster Stich

Das ganze in Zeitlupe: Von außen durch das mittlere Loch zuerst des Einbandes, dann durch alle Seiten stechen. Das geht gut, wenn man (im Sitzen) den Falz an der Tischkante liegen hat, die eine Hälfte von Einband und Seiten senkrecht vor einem stehend, die andere Hälfte liegt dahinter.

3. Stich beim Heften

Innen wieder durch ein äußeres Loch (gilt jetzt für 3 Löcher)  und auf der gegenüberliegenden Seite mit Nadel und Faden wieder von außen nach innen stechen. Darauf achten, dass alle Seiten mit geheftet werden.

Letzter Stich beim Heften

Nun noch den letzten Stich wieder durchs mittlere Loch von innen nach außen machen, dabei aufpassen, dass man den Fadenanfang nicht mit der Nadel erwischt. Die Fäden vorsichtig straff ziehen - vorsichtig deswegen, damit man nicht mit dem Faden das Papier einschneidet.

Vorbereitung für den Knoten

Die beiden Fadenenden (blau) liegen jetzt unter bzw. über dem Faden, der die beiden äußeren Löcher verbindet (gelb). Der Knoten wird um diesen (gelben) Faden geknotet. Ein normaler Doppelknoten reicht aus, ein dreifacher ist sicherer. Enden auf ca. 1 cm abschneiden.

den Falz nachreiben

Nun bei geschlossenem Heft mit dem Falzbein (oder Daumennagel) den Falz noch mal kräftig glatt streichen. 

Heft innen

Das ist die Innenansicht des fertigen Heftes, man sieht nur den Fadenverlauf zwischen den Löchern. Naja, auf diesem Foto eher nicht erkennbar.

fertiges Heft

Und so sieht's von außen aus. Das eigentliche Heften ist eine Sache von wenigen Minuten. Die Vorbereitung (passendes Papier finden, Schablone herstellen...) ist da zeitaufwändiger. Wie viele Blätter zu einem Heft gebunden werden können, hängt in erster Linie von der Papierstärke ab. Bei dünnerem Papier dürfen es ein paar Seiten mehr sein. Sind es zu viele Seiten, bleibt das Heft nachher nicht  geschlossen liegen.

Seitennumerierung bei Heften

Wer bedruckte, beschriebene oder bemalte Seiten zum Heft binden will, muss aufpassen, dass die Reihenfolge der Seiten stimmt. Mit dem Computer beidseitig auszudrucken erfordert einiges an Bastelei, manchmal geht es schneller, die Seiten im Kopierladen doppelseitig zu kopieren. Nicht nur hierfür empfiehlt es sich, ein kleines Probeheft zu falten, auf denen nur die Seitennummern stehen. Wieder auseinander gefaltet, sieht man dann, welche Seiten zusammen auf einem Blatt sein müssen, damit nachher die Seitenreihenfolge stimmt.

 

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